Rassestandard der Tiroler Bracke

und die Beurteilung auf der Zuchtschau

Aussehen und Herkunft

Auf der Zuchtschau werden die Hunde auf der Basis des Rassestandards, sowie den verbandsspezifischen Richtlinien beurteilt. Die Wertungen bilden unter Anderem die Grundlage für die Auswahl von Hunden zur Zucht. Neben den jagdlichen Eigenschaften, die auf den einzelnen Prüfungen festgestellt werden, ist es also wichtig, gesunde Hunde, die dem Standard entsprechen, zur Zucht einzusetzen.
Im Rassestandard Nr. 68 des FCI findet sich in der Gruppe 6 (Laufhunde) unsere Tiroler Bracke wieder. Dort ist niedergeschrieben, wie eine Tiroler Bracke auszusehen hat. Neben diesen Eigenschaften wird zudem darauf geachtet, dass die Hunde keine Mängel aufweisen, die sie in ihrem Wohlbefinden und insbesondere im jagdlichen Einsatz beeinträchtigen können.

Auszug aus dem Rassestandard der Tirolerbracke


Allgemeine Proportionen

Die Tiroler Bracke ist mittelgroß. Knochen von mittlerer Stärke, kräftig, bemuskelt, sehnig, fließende lange Außenlinien, robust, gesund. Langrechteckformat, etwas länger als hoch.

Wesen

Lebhaft, schneidig, feinnasig, ausdauernd, spurlaut. Verwendbar für die laute Jagd und als Schweißhund.

Kopf

Der Oberkopf ist breit, trocken, leicht gewölbt. Der Stop ist deutlich ausgeprägt.

Gesichtsschädel

Der Nasenschwamm ist schwarz und nicht senkrecht abgestutzt.

Fang

Mäßig tief, gerade

Lefzen

Kurz und knapp anliegend

Kiefer, Zähne

Kräftiges, vollständiges Scherengebiss. Gewünscht ist ein vollständiges Gebiss mit 42 Zähnen; das Fehlen von insgesamt zwei Zähnen (P1 oder P2) wird toleriert; die M3 werden nicht berücksichtigt.

Augen

Augapfel groß, nicht tief liegend, Lidspalte rund, Iris dunkelbraun, Nickhautrand pigmentiert,Liderdem Augapfel gut anliegend.

Behang

Breit, hoch angesetzt, unten abgerundet, reicht mäßig gestreckt bis zum oberen Fangzahn.

Hals

Mäßig gewölbt, weder tief noch hoch aufgesetzt, trocken, ohne Wamme.

Körper

Langer Rumpf

Widerrist

Ausgeprägt, bildet den höchsten Punkt der oberen Linie.

Rücken

Gerade, stramm und mäßig breit.

Kruppe

Mäßig abfallend, nicht abschüssig, breit und lang.

Brust

Sehr tief, mäßig breit, gut gewölbte Vorbrust.

Bauch

Die untere Profillinie ist etwas aufgezogen mit einer mittleren Flankentiefe.

Rute

Hoch angesetzt, lang, reicht mindestens bis zum Sprunggelenkshöcker, wird in Erregung hoch getragen, säbelförmige Biegung ist zulässig; dichte Bürstenrute erwünscht.

Gliedmaßen

Die Läufe der Vorderhand sind gerade. Die Schultern schräg gelagert und gut bemuskelt. Der Oberarm ist gut gewinkelt. Die Gelenke der Hintergliedmassen sind gut gewinkelt. Die Oberschenkel breit und sehr gut bemuskelt. Die Pfoten sind kräftig mit eng aneinander liegenden, gut gewölbten Zehen und kräftigen Ballen. Das Gangwerk ist raumgreifend, sehr schnell und ausdauernd.

Gang

Flach, raumgreifend, sehr schnell, ausdauernd.

Haarkleid

Die Tiroler Bracke besitzt ein dichtes Stockhaar mit Unterwolle das eher grob als fein ist. Der Bauch ist behaart, die Keulen sind gut behost. Die Rute ist ebenfalls gut behaart mit einer dichten Bürste. Die Farbe bei der Tiroler Bracke kann Rot, Schwarzrot oder auch dreifarbig sein.

Roter Schlag

Rot, Hirschrot oder rotgelb. Zu helles Gelb ist nicht erwünscht.

Schwarz-roter Schlag

Schwarzer Mantel oder Sattel mit rotem, meist nicht scharf abgegrenztem Brand an den Läufen, Brust, Bauch und Kopf. Die lohfarbenen Abzeichen über den Augen (Vieräugl) sind zulässig.

Weiße Abzeichen

Halsstreifen, Vorder- und Unterbrustfleck, Pfoten, Läufe.(Gelten für beide Farbschläge). Das Fehlen von weißen Abzeichen ist nicht als Fehler zu bewerten.

Gewicht

ca. 15 – 22 kg ( Das Gewicht ist im Standard nicht festgelegt.)

Widerristhöhe

Rüde

44 cm bis 50 cm

Hündin

42 cm bis 48 cm

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Zu windig, zu hochläufig, zu niedrig gestellt.
Schädel grob.
Lefzen hängend.
Glas- oder Birkenauge.
Behang zu kurz, zu lang, gefaltet.
Rücken zu lang, zu weich.
Scheuheit.

Ausschließende Fehler

Nasenschwamm braun.
Vor- und Rückbiss.
Fehlen von mehr als insgesamt zwei Zähnen (P1 oder P2).
Ausgesprochene Scheckung.
Leberfarbene Hunde.
Aggressive oder scheue Hunde.

NB

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.


Die Beurteilung erfolgt in Formwertnoten, wobei folgende Beurteilungen möglich sind:


( V ) vorzüglich

für Hunde, die in hohem Maße dem Standard entsprechen

( SG ) sehr gut

für Hunde mit einigen kleineren Fehlern

( G ) gut

für Hunde mit größeren Fehlern

( Ggd ) genügend

für dem Rassetyp entsprechende Hunde, die wesentliche Mängel aufweisen

( Disq ) disqualifiziert

für nicht dem Rassetyp entsprechende Hunde, aggressive Hunde, Hunde mit bestimmten erblichen Fehlern und Hunde mit disqualifizierenden Merkmalen gemäß dem jeweiligen Rassestandard

( OB ) ohne Bewertung

für Hunde, die aufgrund ihres Verhaltens oder anderer Umstände nicht gerichtet werden können

In der Jüngstenklasse:


( vv )

vielversprechend

( vsp )

versprechend

( wv )

wenig versprechend

Tino Schaab