Allgemeine Informationen

Aussehen und Herkunft

Bei der Tiroler Bracke handelt es sich mit ihren zwei Farbschlägen um einen reh- bis hirschroten oder einen schwarzroten Hund mit dichtem Stockhaar und 42 bis 50cm Schulterhöhe. Häufig findet man auch noch ein weißes Abzeichen an Pfoten und Brustansatz, was auf altes Brackenerbe schließen lässt. Ihre herausragenden Merkmale sind der sichere Fährtenlaut auf alles Wild und die Wesensfestigkeit, die eigentlich jedem Jagdhund eigen sein sollte. Wie alle Brackenschläge ist die Tiroler Bracke ein Nachfahre der Keltenbracke, speziell der aus der Keltenbracke hervorgegangene Alpenbracke. Um das Jahr 1860 begann man mit der Reinzucht der Tiroler Bracke und erhielt den bis heute anzutreffenden Standard. Sie ist eng verwandt mit der Brandlbracke und der Schwarzwildbracke, hat im allgemeinen aber mehr „Brand“, das heißt mehr braune Farbe im Fell. Gelegentlich trifft man aber auch die für die Brandlbracke typischen „Vieräugl“. Im Gegensatz zu den Englischen Bracken, die gerne in der Meute gehalten und gejagt werden, eignet sich die Tiroler Bracke nicht für die Haltung in der Meute oder ausschließlich im Zwinger. Diese Hunde brauchen viel Kontakt zu ihrem Führer, mit dem sie gemeinsam jagen. Andererseits sind sie im Wesen lange nicht so sensibel, wie manchmal beschrieben.

Jagdliche Verwendung

Die Tiroler Bracke ist der meistgeführte Jagdgebrauchshund in Tirol und wird dort vor allem von Berufsjägern zum Brackieren und zur Schweißarbeit verwandt. Manch einer kann sich unter „Brackieren“ nicht sehr viel vorstellen, daher eine kurze Erläuterung: Es werden möglichst mehrere Jäger an bekannten Pässen von Hase und Fuchs abgestellt. Sodann werden die Hunde vom Stand aus geschnallt. Diese suchen sich nun eine geeignete Fährte, arbeiten diese, und geben Laut, sobald die Fährte warm wird. Dabei sucht sich jeder Hund eine Fährte, und lässt sich nicht durch anderen Hundelaut oder Schüsse ablenken. Die Tiroler Bracke ist ein Solojäger. Der Hund ist durch den anhaltenden Laut und die konzentrierte Nasenarbeit, aber auch durch seine mittelgroße Statur langsamer als das Wild, und er hält nur selten Sichtkontakt zu diesem. Sticht der Hund aber einmal einen Hasen oder Fuchs, so kann man dies an der sehr viel schnelleren Lautfolge hören. Gejagtes Wild hat das Bestreben, früher oder später an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren. Dies geschieht in einem Bogen von ca. 200 bis 800 m. Oft muss der Jäger nicht einmal den Stand wechseln, um das Wild vor dem Hund zu erlegen. Wie schon oben erwähnt, steigen die Erfolgsaussichten, wenn man mehrere Jäger und Hunde einsetzt. Die Einzeljagd auf Hase und Fuchs stellt aber nur einen Bruchteil der jagdlichen Verwendung der Tiroler Bracke dar. In unseren Waldrevieren liegt der Schwerpunkt auf der Bejagung des Schalenwildes. Die immer mehr durchgeführten Bewegungsjagden auf Rot-, Muffel-, Dam- und Schwarzwild ergeben ein weiteres Betätigungsfeld für die Tiroler Bracken, die als Solojäger mit guter Wildschärfe hier ihr großes Einsatzspektrum verdeutlichen können. Dass die Bracken auch auf der Wundfährte Hervorragendes leisten, zeigt ihr Einsatz bei Tiroler Berufsjägern, die diesen fährtenlauten Hund oft dem Schweißhund vorziehen. Die feine Nase der Bracke, ihr ausgesprochener Fährtenwille und Fährtentreue so wie ihre Veranlagung zum Totverweisen oder -verbellen prädestinieren sie geradezu für den Nachsucheinsatz.